Tipps für ein gesundes Katzenfutter – basierend auf Empfehlungen von zertifizierten Tierernährungsberater:innen und WSAVA

Miao, ihr lieben Katzenmenschen! Vor kurzem habe ich mit einer Freundin geplaudert, die zertifizierte Tierernährungsberaterin ist. Und wie das so ist, wenn man mit Expert:innen spricht: Man landet bei Aha-Momenten! Daraus sind ein paar Regeln entstanden, die ich dir nicht vorenthalten kann.
#1 Hauptzutaten im Blick behalten
Auf den ersten Zutaten sollte ein klar benanntes Tier stehen, z. B. Huhn oder Kaninchen – nicht nur „Geflügel“.
Das sorgt für Transparenz über die Herkunft der Zutaten, bedeutet aber nicht automatisch, dass ausschließlich Muskelfleisch enthalten ist oder keine minderwertigen Bestandteile wie Knochen oder Füße verarbeitet wurden. Es gibt tatsächlich hochwertige Nebenerzeugnisse und andere von sehr schlechter Qualität.
Nicht alle Nebenerzeugnisse sind gleich: Warum klare Angaben im Katzenfutter wichtig sind
Wenn auf Katzenfutter „tierische Nebenerzeugnisse“ klar benannt und quantifiziert sind (z. B. Entenherz, Entenleber, Entenmagen), sorgt das für mehr Transparenz über die Herkunft der Zutaten. Dennoch hängt die tatsächliche Nährstoffbalance nicht von der Bezeichnung einzelner Zutaten ab, sondern von der Gesamtformulierung.
Warum ist das wichtig? Die Mineralstoffzusammensetzung einer Ernährung (z. B. die Mengen und das Verhältnis von Magnesium, Phosphor und Kalzium) beeinflusst die Eigenschaften des Urins, einschließlich des pH-Werts. Diese Faktoren können zusammen mit der Flüssigkeitsaufnahme und der Gesamtformulierung das Risiko der Bildung von Harnkristallen beeinflussen. Harnkristalle wie Struvit (häufiger in alkalischem Urin) oder Kalziumoxalat (häufiger in saurem Urin) werden von mehreren diätetischen und physiologischen Faktoren beeinflusst und nicht von einzelnen Zutaten allein.
Nichtsdestotrotz hilft eine klare Deklaration Verbrauchern, besser zu verstehen, was ein Produkt enthält und die Qualität der einzelnen Zutaten.
Beispiel: Purina Felix enthält je nach Rezeptur Huhn oder Lachs sowie tierische Nebenerzeugnisse, Zucker und weitere Zusatzstoffe wie Farbstoffe und Bindemittel.
Tierische Nebenerzeugnisse sind nicht grundsätzlich negativ, jedoch bevorzugen bewusste Verbraucher klarer deklarierte Zutaten und weniger Zusatzstoffe. Letztlich bevorzugen wir persönlich Futtermittel mit höherer Transparenz und klareren ernährungsphysiologischen Standards.
#2 Qualifizierte Formulierung prüfen
Wenn ein Produkt nicht alle Zutaten transparent aufführt (klar benannte Tiere sowie klar benannte tierische Bestandteile und Nebenprodukte), sollte man als nächsten Schritt prüfen, wer es formuliert hat. Idealerweise handelt es sich dabei um einen zertifizierten Tierernährungsberater oder einen Fachtierarzt für Tierernährung:
- PhD in Tierernährung
- Fachtierarzt/Fachveterinär für Ernährung
- Europa: ECVCN, USA: ACVN
Tipp: Herstellerinformationen googeln – oft wird das ganz klar angegeben!
3# Keine unnötigen Extras
Futter sollte frei von Zucker, künstlichen Aromen, Farbstoffen und unnötigen Verdickungsmitteln sein.
Diese Zutaten sind eher ungesund und unnötig.
Proteingehalt beachten
Damit die Katze genug Energie und Nährstoffe bekommt, sollte der Rohproteingehalt mindestens betragen:
- Trockenfutter: 30–35 %
- Alleinfutter nass: 8–10 %
Ganz easy: Du musst nur die Produktseite öffnen und die Zusammensetzung prüfen.
Füttere deine Katze wie in der Natur: Kleine, häufige Mahlzeiten sind besser
Füttere kleine Portionen über den Tag verteilt und stelle das Futter an verschiedenen Orten im Haus auf – das regt Bewegung an und macht den Alltag spannender. Ergänzt mit Spielangeln, Leckerli-Suche oder Futterbällen bekommt deine Katze genau die geistige und körperliche Stimulation, die sie braucht!
Sowohl die AAFP (American Association of Feline Practitioners) als auch die FEDIAF (European Pet Food Industry Federation) betonen, dass das Verteilen kleiner Futterportionen über den Tag hinweg Bewegung und mentale Aktivität fördert. Beide Organisationen raten zudem davon ab, Katzen frei fressen zu lassen, da dies Übergewicht begünstigen kann. Mehrere kleine Mahlzeiten unterstützen nach ihren Empfehlungen ein gesundes Körpergewicht und mehr Wohlbefinden.
Zahnpflege nicht vergessen
Soßenfutter und Mousse können die Bildung von Zahnbelag fördern.
Tipp: Abwechseln, z. B. etwas Trockenfutter nach dem Nassfutter, hilft gegen Zahnbelag.
Zusammenfassung für gesunde Katzen
- Klar benanntes Tier in den ersten Zutaten
- (oder) Formuliert von qualifizierten Ernährungsexpert:innen
- Frei von Zucker & unnötigen Bindemitteln
- Rohproteingehalt prüfen!
- Kleine, häufige Portionen + Bewegung + Futter verteilen
- Zahnpflege: Nassfutter und Trockenfutter abwechseln
Tipp: ich liebe Almo, Schesir und Ziggy Nassfutter sowie das Trockenfutter von Royal Canin, Hill’s und Ziggy. Ich war positiv überrascht, als ich den Unterschied gesehen habe, und wenn ich ein bisschen mehr ausgebe, bin ich sicher, dass ich später weniger Tierarztkosten habe – die sich nur durch größere Aufmerksamkeit auf die Qualität des Futters hätten vermeiden lassen.
Mageres Muskelfleisch und eine einfache Rezeptur sind auch sehr wichtig, um ein normales Gewicht zu halten. Dabei sollten unsere Katze nie frei fressen dürfen, sondern kleine Portionen über Tag und Nacht verteilt bekommen. In der Natur jagt ja die Katze viele kleine Beutetiere, denn sie ist ein einsamer Jäger kleiner Tiere.
Man sollte auch immer im Hinterkopf behalten, dass das Verhältnis von etwa 60 % Nassfutter und 40 % Trockenfutter nicht überschritten werden sollte: Mehr Nassfutter ist in der Regel unproblematisch und gut für die Hydration – doch zu viel Trockenfutter liefert deutlich mehr Kalorien und enthält weniger Feuchtigkeit.
Keine Sorge, es ist gar nicht schwer – aber es kann einen riesigen Unterschied für die Gesundheit deines Katzen-Organs machen!
