Eine neue Katze einziehen lassen: So klappt das Zusammenführen

Eine neue Katze in einen Haushalt mit bereits ansässiger Katze zu integrieren, kann einer der sensibelsten Momente im Katzenleben sein – besonders dann, wenn die vorhandene Katze sehr territorial, reaktiv oder impulsiv ist. Eine erfolgreiche Zusammenführung hat nichts mit Schnelligkeit zu tun, sondern mit ruhigem Tempo, Konfliktvermeidung und positiven Verknüpfungen.
#1 Getrennt starten: Sichere „Basecamps“ aufbauen
Am Anfang ist komplette Trennung unverzichtbar. Jede Katze bekommt ihr eigenes Basecamp – also ein separates Zimmer mit:
• Futter und Wasser
• einer eigenen Toilette
• Rückzugs- und Schlafplätzen
• Spiel- und Kratzmöglichkeiten
Die Tür bleibt zunächst komplett geschlossen. Das ist kein Rückschritt – das ist das Fundament. Die Trennung hilft beiden Katzen, sich sicher zu fühlen, Stress abzubauen und sich an den Geruch der jeweils anderen zu gewöhnen – ohne direkten Kontakt.
Ganz wichtig: Auch später sollten getrennte Ressourcen bestehen bleiben (eigene Näpfe, eigenes Wasser, eigene Toiletten). So vermeidet man Konkurrenz und territorialen Stress.
#2 Kein Anstarren – Ablenkung ist dein bester Freund
Einer der größten Trigger bei Zusammenführungen ist starres Anstarren. Das kann sehr schnell in Angst oder Aggression kippen.
Stattdessen:
• Aufmerksamkeit umlenken – mit Spiel, Bewegung, Beschäftigung
• Situationen vermeiden, in denen die Katzen sich frontal fixieren
• Begegnungen kurz, locker und dynamisch halten
Ziel ist nicht „Toleranz durch Druck“, sondern friedliches Nebeneinander durch entspannte Ablenkung.
#3 Positive Verknüpfungen – aber strukturiert
Positive Erfahrungen sind der Schlüssel – jedoch gut geplant.
• Mit Leckerlis und Spiel schöne Momente rund um die Anwesenheit der anderen Katze schaffen
• Aber: Die eigentlichen Mahlzeiten weiterhin getrennt füttern
Das sorgt dafür, dass:
• beide ruhig essen können
• kein Futterneid entsteht
• Sicherheit statt Konkurrenz aufgebaut wird
Leckerlis & Spiel = Verbindung
Mahlzeiten = Ruhe & Geborgenheit
#4 Tür auf – aber Grenzen bleiben wichtig
Erst wenn beide Katzen dauerhaft ruhig und gelassen wirken (kein Fauchen, Starren oder Pirschen), kann man Tür-offen-Phasen starten.
Dann gilt:
• Sichtkontakt zulassen, aber nichts erzwingen
• Rückzugswege offenlassen
• getrennte Ressourcen beibehalten
• bei Anspannung frühzeitig mit Ablenkung eingreifen
Die geöffnete Tür ist nicht das Ziel.
Sie ist einfach der nächste Schritt.
#5 Flexibel bleiben – aber niemals chaotisch
Eine Zusammenführung sollte strukturiert und gleichzeitig natürlich wirken:
• nicht hetzen
• Sitzungen nicht unnötig verlängern
• Fortschritt nicht erzwingen, „weil jetzt eine Woche rum ist“
Denk eher an einen langsamen Tanz als an ein Wettrennen.
Ruhige Wiederholung schafft Vertrauen.
#6 Jede Katze ist ein Individuum
Vielleicht der wichtigste Punkt:
Das Tempo bestimmt die Katze – nicht der Mensch.
Manche kommen nach ein paar Tagen klar.
Andere brauchen Wochen.
Oder Monate.
Und das ist völlig normal.
Das bedeutet nicht, dass du etwas falsch machst. Territorial veranlagte oder sensible Katzen brauchen einfach mehr Zeit, Struktur und Vorhersehbarkeit, um sich sicher zu fühlen.
Ein Gedanke zum Tempo
Eine gute Zusammenführung bedeutet nicht, dass sich die Katzen „lieben“ sollen.
Es geht darum, dass sie sich sicher fühlen, während sie sich einen Lebensraum teilen.
Mit Geduld, Struktur und Freundlichkeit können sogar sehr territoriale Katzen lernen, friedlich zu koexistieren.
Langsam ist kein Scheitern.
Langsam ist Respekt.
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