Ein sanfter Wochenplan: So gewöhnst du eine neue Katze an eine territoriale Hauskatze

Ein neue Katze einzugewöhnen – vor allem, wenn bereits eine territoriale oder impulsive Katze im Haushalt lebt – hat nichts mit Geschwindigkeit zu tun. Entscheidend sind emotionale Sicherheit, Vorhersehbarkeit und positive Verknüpfungen. Manche Katzen machen schnell Fortschritte, andere brauchen deutlich länger. Beides ist völlig normal. Lass immer die Katzen das Tempo bestimmen.
Woche 1: Trennung & Sicherheit
Die Basecamp-Phase
Ziel: Ruhe, Sicherheit und Routine.
Richte zwei vollständig getrennte Basecamps ein – je eines pro Katze – mit:
• Futter und Wasser
• eigener Toilette
• Schlaf- und Rückzugsplatz
• Spiel- und Kratzmöglichkeiten
Die Tür bleibt komplett geschlossen. Noch kein Sichtkontakt.
Lass jede Katze erst einmal in ihrem Raum ankommen und eine Routine entwickeln.
Beginne dann mit Dufttausch:
• Decken, Bettchen oder Spielzeuge täglich wechseln
• so lernen sie den Geruch der anderen Katze kennen – ganz ohne Druck
Wichtig:
Keine erzwungenen Begegnungen.
In dieser Phase lernen die Katzen nur eins:
Die andere Katze existiert – und nichts Schlimmes passiert.
Woche 2: Positive Verknüpfungen – durch die Tür
Ziel: „Die andere Katze = etwas Gutes.“
• Füttere beide Katzen auf jeweils einer Seite der geschlossenen Tür – in angenehmer Distanz
• Verwende Leckerlis, Schlecksnacks oder Spiel in Türnähe – aber nur, solange beide entspannt bleiben
• Wird eine Katze nervös, sofort Abstand vergrößern
Grundsatz:
Kein Anstarren, keine Fixierung.
Wird ein Blick zu starr, sanft umlenken – z. B. mit Spiel.
Beide Katzen sollen weiterhin:
• in ihrem eigenen Raum essen
• ungestört schlafen
• sich komplett sicher fühlen
Woche 3: Kontrollierter Sichtkontakt
Ziel: Einander kurz sehen – ohne Druck.
Ersetze die geschlossene Tür vorübergehend durch:
• ein Babygitter
• eine Gitter- oder Glastür
• oder öffne die Tür nur wenige Zentimeter (fixiert)
Halte die Begegnungen kurz – Sekunden bis wenige Minuten.
Danach sofort positiv ablenken:
• Leckerlis werfen
• mit Angelspielzeug spielen
• ruhig und freundlich sprechen
Bei:
• Starren
• steifer Körperhaltung
• peitschendem Schwanz
→ Session ruhig beenden und einen Schritt zurückgehen.
Noch kein freies Zusammenlaufen.
Ressourcen bleiben strikt getrennt.
Woche 4: Tür offen – Grenzen bleiben
Ziel: Geteilte Umgebung wahrnehmen – ohne Konkurrenz.
Jetzt sind kurze, beaufsichtigte Tür-offen-Phasen möglich.
Die Katzen dürfen:
• beobachten
• weggehen
• ignorieren
Alles gute Zeichen.
Ganz wichtig:
• keine gemeinsamen Futternäpfe
• kein gemeinsames Wasser
• keine gemeinsame Toilette
• kein Zwang zur Interaktion
Mahlzeiten finden weiterhin getrennt statt – für maximale Entspannung.
Woche 5+: Mehr Freiheit – achtsame Begleitung
Ziel: Koexistenz, nicht erzwungene Freundschaft.
Gemeinsame Zeit langsam steigern.
Weiterhin:
• lieber ablenken als konfrontieren
• Spiel & Leckerlis bei Begegnungen
• getrennte Ressourcen behalten
Mit der Zeit zeigen sich oft:
• weniger Spannung
• ruhige Neugier
• neutrales, entspanntes Verhalten
Erst dann Räume weiter zusammenführen –
und selbst dann gilt: Manche Katzen leben am liebsten parallel statt eng miteinander. Auch das ist okay.
Wichtige Schlussgedanken
• Jede Katze ist ein Individuum.
• Manche brauchen Wochen. Andere Monate.
→ Das ist kein Fehler – sondern Persönlichkeit.
• Angst, Fauchen oder Rückzug werden niemals bestraft.
• Neutrales Verhalten ist bereits Erfolg.
Struktur gibt Sicherheit –
Flexibilität reduziert Stress.
In diesem Prozess kann es leicht passieren, dass man die Geduld verliert und am liebsten aufgeben würde. Aber denkt daran: Geduld und Durchhaltevermögen wirken manchmal kleine Wunder. Wer jetzt einfach aufgibt, schadet nur der neuen Katze. Wenn ihr Unterstützung braucht, ruft einfach das Purrfect Love Team an und vereinbart einen Termin.
Geduld schafft Frieden.
Und Respekt macht Zusammenleben möglich.
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